| Richtig gute Distanzschützen gefordert |
|
|
|
|
hintergrund: Die Korbjäger führen wieder einmal neue Regeln ein. Drei Punkte gibt es jetzt nur noch für Würfe ab 6,75 Meter Entfernung. Ex-Nationalspieler Horst Schmitz findet die Änderung gut. Trainer Reiner Chromik schließt sich ihm an. Vor allem Spielerinnen und Jugendliche leiden aber unter der Erschwernis.
„Ich stehe den Regeländerungen sehr kritisch gegenüber. Das Ganze mag für die Profis richtig sein, doch für die meisten Vereine in Deutschland ist es nicht leicht, neue Linien in den Hallen einzuzeichnen. Viele kleine Clubs sind gar nicht flüssig genug und können die ganzen Vorgaben nur schwer realisieren", sagt Horst Eller (Bad Dürkheim), Ehrenvorsitzender des Basketballverbandes Pfalz und Leiter der Verbandsgeschäftsstelle. „Neben den Kosten gibt es aber noch ein ganz anderes Handicap: Das sind die Jugendlichen und die Damen. Dreier zu treffen, wird hier in Zukunft ganz schwierig sein. Wir kennen ja noch die Probleme von früher mit der Dreierlinie. Danach gab es neue leichtere Bälle für den Frauenspielbetrieb. Mal schauen, was jetzt noch so alles passiert." In der vereinseigenen TVD-Halle werden die neuen Basketball-Regeln umgesetzt. Doch Eller weist darauf hin, dass es in der Kurstadt mehrere Hallen gibt, die eigentlich umgerüstet werden müssten. Reiner Chromik (Speyer), hauptamtlicher Trainer des Basketballinternates Speyer, bleibt bei dem Thema dagegen völlig emotionslos: „Wir bekommen durch die Verschiebung der Dreierlinie einige neue Optionen und andere Laufwege. Für die Dreierschützen wird die neue Entfernung erst recht eine Herausforderung sein. Sinn macht das Ganze schon, das Spielfeld wird breiter, die Innenspieler erhalten mehr Platz. Doch die Taktik wird sich grundlegend nicht ändern." Ein Drei-Punkte-Spezialist seit vielen Jahren ist TVD-Routinier Harald Langenbein (Bad Dürkheim). Der 47-Jährige geht nicht nur bei Dürkheims Senioren auf Korbjagd, sondern spielt noch aktiv in der dritten Dürkheimer Mannschaft in der A-Klasse. Auch das Distanzass kann den Regeländerungen nicht viel abgewinnen: „Für mich steht der Kostenfaktor in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es gibt Vereine und Gemeinden, die das ganze finanziell nicht stemmen können. Auch sind die neuen Regeln wenig sinnvoll für alle unteren Ligen und die Jugendklassen." Nicht nur bei den Damen und dem Nachwuchs sieht Langenbein in Zukunft die Dreierquote deutlich abnehmen. „Es wird auch einige Männer geben, die mit der neuen Entfernung Probleme haben werden. Die Flugkurve des Balles muss eine ganz andere sein, will man aus knapp sieben Metern den Korb treffen. Wir sollten nicht alles, was aus Amerika kommt, nachmachen. Ich finde den Aufwand zu groß, die alten Linien zu entfernen und neue einzuziehen." |



