Erlebnisbericht vom Internationalen Deutschen Turnfest Leipzig von unseren Leichtathletik-Damen
Es ist die weltweit größte Wettkampf- und Breitensportveranstaltung, zu der 80.000 SportlerInnen in Leipzig erwartet wurden, davon 1.700 international. Leipzig ist das 13. Mal Gastgeber des Turnfestes, es waren 10 Deutsche Meisterschaften und eine Europameisterschaft im Turnen geplant.
Mittwoch: Deswegen fuhren wir am Mittwoch, 28. Mai mit 11 Leichtathletinnen der LA-Gruppe des TVD mit dem Zug Richtung Leipzig. Mitgenommen haben wir die Turn-Übungsleiterin der Leistungsgruppe Andrea, die sich besonders für kreative Impulse für das Turntraining und aktuelle Workshops interessierte. Nach 5 Stunden Fahrt konnten wir mit unserem Turnfestticket das Quartier in der Nähe des Zentrums Nordwest und der Nähe zur Turnfestwiese, ein Hostel ausgestattet mit zwei 4-Bettzimmern und einem 3-Bettzimmer beziehen. Der erste Abend galt einem ausgiebigem Pizza-Variationsabend in der Nähe unserer Unterkunft. Nun sollten wir gestärkt sein für den darauf folgenden Wettkampftag.
Donnerstag: Mit Vereinstrikot und roter TV-Jacke machten wir uns auf einen längeren S-Bahn-Weg zum „Stadion des Friedens“. Der Name beeindruckte. Nach einem Aufwärmtraining war der Wunsch unser Vorhaben rasch in die Tat umzusetzen, wenn auch unsere Startzeit erst spät avisiert war. Die saarländischen Kampfrichter hatten Erbarmen mit den Pfälzer Mädels, so dass wir mit dem Kugelstoßen gleich anfangen konnten. Teils mit glücklichen, teils unzufriedenen Mienen zogen wir zum nächsten Event, dem Sprint. Alle Sprintstrecken 50 – 100 m durften wir wahrnehmen.
Ein Päuschen auf dem Rasen war uns gestattet, denn wir mussten noch warten. Die meisten Wettkämpfer starteten mit Startblock, wir aber fanden uns sicherer ohne. Nochmal warten in der Sonne bis zum Aufruf des Stand-Weitsprungs. Auch hier trafen wir auf saarländische Volonteers, nett und darauf bedacht, uns schnellstens zu bedienen. Der 3-Wahl-Wettkampf war fast von allen geschafft bis auf Chistine und Dagmar, die krankheitsbedingt den Sprint ausfallen ließen. Auf dem Weg zur Siegerehrung im Stadion trafen wir auf unsere Schlachtenbummler des TVD, Karin und Tom.
Sie durften unsere Siegerehrung miterleben und das verdiente Bierchen in einer dortigen ehemaligen Ost-Sportkneipe mit uns genießen. Abends ging es zur Internationalen Gala in die QARTERBACK Immobilien ARENA, für die wir schon zu Hause Karten bestellt hatten. Ein buntes Programm aller beteiligten Länder mit ca. 5000 Mitwirkenden hat uns begeistert, es ging Schlag auf Schlag mit Höhepunkten der Akrobatik, Turnkünsten, tänzerischen Elementen und einer InKlusions-Vorstellung verschiedener Gruppen, die unter die Haut ging.
Freitag: Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es endlich zur Leipziger Messe, dem Zentrum des Turnfestes. Sämtliche Sportarten des DTB konnten dort ausprobiert werden. So sahen wir uns auch einen Wettkampf der Rhythmischen Sportgymnastik an, der unter streng schauenden Wettkampfrichterinnen ausgeführt werden musste. Es gab Dt. Meisterschaften im Aerobicturnen, was wir auch nicht kannten. Für Übungsleitende boten sich Mitmachangebote der Gymwelt in Messehalle 3 an, um dort Input für Fitness- und Gesundheitssport zu erhalten. So praktizierten einige von uns den Alltags-Fitness-Test, andere bevorzugten die Massage-Liegen oder informierten sich über die Black-Roll oder über die Dorn-Therapie.
Aber bitte noch etwas Sportliches: Trampolin-Mitmachangebot: nein, Handstand-TÜV: nein, aber ein Turn-Toni-Pin musste sein. Ich ermutigte uns zum Turnspiel-Parcour: Bei den 8 Turnspielen des DTB von Prellball, Korbball, Korfball, Faustball, Schleuderball, Indiaca, Völkerball und Ringtennis musste man mindestens je 7 oder gestaffelt punkten. Wer 50 Punkte schaffte, bekam einen Pin, alle haben's mit viel Spaß geschafft. So zeigte der ein oder andere Geschicklichkeit und holte schon nach 7 Turnspielen die notwendige Punktzahl. Noch ein Abstecher in die Halle der Trampolinturner. Was so leicht aussah, erforderte sicher jahrelanges Training. Und nun noch schnell schauen, ob wir Karten für die Stadiongala ergattern können. Etwas geschwächt von den vielen Erlebnissen in den Messehallen ging es zurück mit verschiedenen S-Bahnen und wir fanden das Leipziger Mückenschlösschen wieder, eine der wenigen außerhalb des Stadtkerns erhaltenen Gaststätten. Unreserviert fanden wir einen großen Tisch für uns alle im Biergarten vor.
Samstag: Das 4er-Zimmer verabschiedete sich in die Heimat. Die Übrigen bedienten sich der Frühstücks-App, um etwas in der Nähe des Bahnhofs zu finden. Sie führte uns in eine noch zu renovierende Studentenkneipe, jedoch mit liebevoll angerichtetem Sortiment. Danach ging es gestärkt zur Stadt-Rundfahrt mit einer geistig erfrischenden, lustigen Reiseleiterin. So erfuhren wir etwas über sächsische Spezialitäten, wie z. B. Eierschecke, Leipziger Lerche und Mutz-/Würzfleisch. Viele Sehenswürdigkeiten, sowie Wichtiges hat sie im Bus kurzweilig und interessant dargeboten. Marienkäfer auf sächsisch haben wir aber vergessen.
Nun sollte es irgendwo außerhalb in eine ehemalige aus Ostzeiten praktizierende Leipziger Baumwollspinnerei gehen, welche inzwischen zur Kultszene mit Gastronomie und Musikkneipe umgebaut wurde. Es war ein langer Weg dorthin, unsere Google-Spezialistinnen hatten mit Google-Maps zu tun. Und da ich wohl hungrig wirkte oder sonst wie, spendierten sie mir eine Eierschecke, damit ich Ruhe gab. Spezial-Getränke und eine interessante Speisekarte hat uns für die lange Fahrt entschädigt.
Nun hieß es zurück, denn die Stadion-Gala musste noch erreicht werden. Über die Festwiese liefen die Massen zur Red Bull-Arena, diese fasste an diesem Abend 40.000 Zuschauer. Ein heiteres Programm war angekündigt, Katharina Witt, hatte einen Auftritt, da sie ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion beim Turnfest setzte. Die Siegerehrung der Deutschen Meister und Europameister der Turner und Turnerinnen standen gleich danach im Mittelpunkt. Die Turner Lukas Dauser, Andreas Toba und Turnerin Elisabeth Seitz wurden in diesem Rahmen verabschiedet. Sie haben es verdient. Die Show der Superlative war mit 3.500 Mitwirkenden ausgestattet. Es beeindruckt immer, wenn solche bunten Massen sich auf der Wiese bewegen im Gleichklang der Musiken - eine artistische Großgruppengestaltung, klein und groß zeigten, was in den Vereinen möglich ist. Nun durften wir uns auf den Rängen zum Turnfestsong „Light up“ bewegen, was uns nicht besonders gut gelungen ist. Zum Abschluss dieser Stadion-Gala übergab der Leipziger Bürgermeister das Staffelholz an München für das Turnfest 2029 und betonte, dass Leipzig die Latte ziemlich hoch gelegt hätte.
Freuen wir uns nun auf München und hoffentlich nicht nur unsere Abteilung!
im Namen aller Turnfestfahrenden
Erika Müller-Kupferschmidt
Langjährig erfahrene Turnfest-Teilnehmerin

